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Weisskugel 3738 m

Der erste Tag begann mit der Anreise ins malerische Matschertal im Südtirol von dem aus wir den Aufstieg zur Oberetteshütte in Angriff nahmen. Unterwegs gab es eine kurzes Picknick im Wald auf steinernen Sitzgelegenheiten. Die Hütte erreichten wir am Nachmittag – dann hiess es erstmals den Rucksack etwas leichter zu machen um nur mit dem Nötigsten für den Gipfeltag ausgerüstet zu sein.

Dieser begann dann um 04:00 morgens mit einem leichten Frühstück, Stirnlampen und dem Wetterbericht über mögliche Gewitter am Nachmittag im Kopf. In der nächtlichen Stille ging es zuerst über eine von Schafen bewachte Hochalm, danach in der Morgendämmerung über steiniges, steiles Gelände über ein Joch in Richtung des Matscher Ferners. Die Hälfte der bereits gewonnenen Höhenmeter mussten wir nochmals aufgeben, dafür wurden wir mit schönem Blockgelände und Gletscherseen belohnt. Nach ca. 1.5 Stunden hiess es dann die Steigeisen anzuziehen und die schneefreie Gletscherzunge rauf zu laufen. Ein paar wenige Spalten in diesem Bereich bedeuteten keine Schwierigkeiten, da diese wenig breit und gut sichtbar waren – somit war eine zeitsparende, gerade Route möglich. Steil und flach wechselten sich hier laufend ab und der Gletscher war mehr und mehr mit Schnee bedeckt, leider wurde die Sicht immer schlechter weil immer wieder Wolken vom Westen her den Gletscher benebelten, auch der Wind frischte mehr und mehr auf. So vergingen die Stunden bis wir den letzten steilen Anstieg vor dem Gipfelgrat erreichten – das Matscher Wandl. Auch dieses stellte, durch die ausreichend vorhandene Schneedecke, kein Problem dar und ein paar Kehren später waren unsere drei Seilschaften oben angekommen.

Beim letzten Abschnitt wurde dann unsere Mühe mit deutlich besser werdendem Wetter belohnt und wir konnten eine gute Sicht auf den Gipfelgrat und sogar das Gipfelkreuz erhaschen. Nach einer kurzen Trinkpause ging es dann ohne Steigeisen in die Wand und eine knappe halbe Stunde später konnten wir dann den atemberaubenden Ausblick von der 3738m hohen Weisskugel geniessen. Kurz nach 10:00 machten wir uns dann wieder auf den Weg nach unten – diesmal mit zügigen Schritten und etwas Sonnenschein im Gesicht ging der Weg über den Gletscher deutlich schneller. Mittagessen gab es dann am Gletschersee und um Punkt 13:00 erreichten wir präzise wie geplant wieder die Oberetteshütte. Bei Apfelstrudel oder Kaiserschmarren und ein paar kühlen Getränken gönnten wir uns noch eine Pause sowie Nachbesprechung innerhalb der Gruppe und mit dem ausgesprochen netten Hüttenwirt bevor wir uns auf die letzte Etappe zurück zum Alphotel Glieshof machten.

Eine wunderschöne Tour über zwei Tage in einem sehr ruhigen Teil der Alpen, die alles beinhaltet, was das Herz eines Alpinisten begehrt.

Teilnehmer: Markus, Thomas, Jan, Caroline, Marcel, Lino, Kim Daniel, Samuel, Michael

Tourenbericht von: Michael Siller